Thermoregulation - worauf muss ich achten?

Dipl. Sportwiss. Dr. med. Tomas Buchhorn ist Orthopäde, Sportmediziner, Manualtherapeut und Diplom Sportwissenschaftler. Er hat zahlreiche wissenschaftliche Veröffentlichungen publiziert und Bücher geschrieben im Bereich Sportverletzungen und Ausdauersport. Durch die Betreuung von Sportlern aller Alters- und Leistungsklassen in den letzten 25 Jahren hat er einen tiefen Einblick in die Themen Training, Ernährung, Regeneration, Schlaf, mentale Vorbereitung und Motivation bekommen. Zudem kann er als „Babyboomer“ und den damit verbundenen wiederkehrenden Fragen zu den Themen Sport im Alter und Longevity profundes Wissen weitergeben. Die in diesem Podcast vorgestellten Themen stützen sich auf wissenschaftliche Erkenntnisse und werden für den Zuhörer verständlich aufbereitet.

von
Dr. Tomas Buchhorn
January 9, 2026

Ziel:

Die Episode soll Hörerinnen und Hörer befähigen, die Grundprinzipien der Thermoregulation zu

verstehen, Risiken und Limits von Kälte‑ und Hitzereizen zu erkennen und praktische Strategien

(Trainingstiming, Kleidung, Flüssigkeits‑ und Elektrolytmanagement, Anpassungs‑Protokolle)

anzuwenden, damit Leistungsfähigkeit, Sicherheit und Regeneration unter wechselnden

Temperaturbedingungen erhalten bleiben

Wissenschaftlicher Hintergrund:

Thermoregulation ist die Fähigkeit des Körpers, die Kerntemperatur innerhalb enger Grenzen zu

halten. Sie beruht auf Wärmeproduktion (Metabolismus, Muskelarbeit), Wärmeverlust

(Konvektion, Konduktion, Strahlung, Verdunstung/Schwitzen) und zentralen/peripheren

Steuermechanismen (Hypothalamus, vasomotorische Anpassungen, Schwitzen, Zittern). Belastung

bei Hitze erhöht kardiovaskuläre Belastung (zentraler Blutvolumen‑Konflikt: Hautperfusion vs.

Muskelperfusion), steigert Schweißrate und Elektrolytverlust und kann die Leistungsfähigkeit

verringern und Hitzestress/Risikozustände (Hitzekrämpfe, Hitzeerschöpfung, Hitzschlag)

begünstigen. Kälteexposition bewirkt Vasokonstriktion, Zittern zur Thermogenese und erhöht das

Risiko für Hypothermie, Raynaud‑Phänomene oder kardiovaskuläre Belastung bei vulnerablen

Personen. Anpassung (Acclimation) durch wiederholte, kontrollierte Exposition verändert

Schwellen für Schwitzen, Hautdurchblutung und metabolische Reaktionen und kann die Toleranz

gegenüber Hitze oder Kälte verbessern.

Beispiele für Aktivitäten:

• Vor dem Training in Hitze: langsame Akklimatisationsphase — erste 7–14 Tage kürzere, weniger

intensive Einheiten (z. B. 15–30 min) zur Anpassung von Schwitzverhalten und

Herz‑Kreislauf‑Antwort

• Hydration & Elektrolyte: vor, während und nach heißem Training gezielt trinken; bei starker

Schwitzrate Elektrolytersatz (Natrium) berücksichtigen

• Kleidung & Schichtprinzip: atmungsaktive, feuchtigkeitsleitende Kleidung bei Hitze;

Schichtenprinzip (Baselayer, Isolationsschicht, Wind/Regenschutz) bei Kälte zum schnellen

Anpassen an Aktivitätsniveau

• Timing: schwere, lange Einheiten in Hitze eher auf Morgen/Abend verlegen; kürzere, intensivere

Einheiten eher in kühleren Phasen

• Kälte‑Sicherheit: langsam abkühlen nach intensiver Belastung, Prävention von Unterkühlung

durch trockene Kleidung, Kopf‑ und Handschutz, und Vermeidung langer NässeexpositionWissenschaftliche Studien:

1. Périard et al. 2015, Journal of Applied Physiology:

Hitzeakklimatisation verbessert die kardiovaskuläre Stabilität und die Leistungsfähigkeit unter

Hitzestress.

2. Sawka et al. 2011, Comprehensive Physiology:

Hydration und Elektrolyt‑Balance: Auswirkungen auf Thermoregulation und Leistungsfähigkeit bei

Belastung.

3. Gavin et al. 2013, Medicine & Science in Sports & Exercise:

Kühlstrategien (pre‑, peri‑ und post‑cooling) verbessern die Leistung und reduzieren die

Hitzebelastung in warmen Umgebungen.

4. Stephenson et al. 2018, Sports Medicine:

Kälteeinwirkung und Schüttelthermogenese: Implikationen für Training und Regeneration in kalten

Umgebungen.

Trainingsplan (Praxisprogramm - 12‑Wochen‑Starter

Woche 1–4 (Block A — Aufbau Routine)

• 2×/Woche Zone‑2: 30–35 min (konstant, gleichbleibende Tage)

• 1×/Woche Kraft: 20 min Ganzkörper (Grundübungen, moderates Gewicht)

• 1×/Woche Mobility/Bewegungssnack: 10–15 min

• Täglich: 3× kurze Aktivitätspausen (2–5 min), Morgenlicht 10–15 min zur Tagesstruktur

Woche 5–8 (Block B — leichter Progressionsaufschlag)

• 2×/Woche Zone‑2: 35–45 min (kleine Erhöhung)

• 1×/Woche Intervall kurz: 3×20 s Sprint‑Bursts oder 3×3 min zügig (je nach Fitness)

• 1×/Woche Kraft: 20–30 min (2–3 Sätze, Progression)

Woche 9–12 (Block C — Stabilisierung & Zyklusplanung)

• Wiederhole Block A/B mit Fokus auf Regelmäßigkeit; plane nach 3–4 Blocks je 1

Deload‑Woche (Volumen ≈50 %)

• Regeneration & Monitoring: Woche 4/8/12 kurze Selbstchecks (Energie, Schlaf, Motivation)

und Anpassungen vornehmen

Reflexionsaufgaben:

• Welche zwei festen Termine (Wochentage + Uhrzeit) legst du verbindlich als Trainingszeit in

deinem Kalender fest, um die Umsetzung diese Woche zu sichern?

• Welche kleine Einstiegshürde (z. B. 10 statt 30 Minuten, Trainingsoutfit bereitlegen) entfernst du

heute, um das Training leichter zu starten?

• Wer ist deine soziale Accountability‑Person (Freund:in, Coach), die du diese Woche über dein

Ziel informierst?

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