Check Up 2025: Was lohnt sich wirklich?

Dipl. Sportwiss. Dr. med. Tomas Buchhorn ist Orthopäde, Sportmediziner, Manualtherapeut und Diplom Sportwissenschaftler. Er hat zahlreiche wissenschaftliche Veröffentlichungen publiziert und Bücher geschrieben im Bereich Sportverletzungen und Ausdauersport. Durch die Betreuung von Sportlern aller Alters- und Leistungsklassen in den letzten 25 Jahren hat er einen tiefen Einblick in die Themen Training, Ernährung, Regeneration, Schlaf, mentale Vorbereitung und Motivation bekommen. Zudem kann er als „Babyboomer“ und den damit verbundenen wiederkehrenden Fragen zu den Themen Sport im Alter und Longevity profundes Wissen weitergeben. Die in diesem Podcast vorgestellten Themen stützen sich auf wissenschaftliche Erkenntnisse und werden für den Zuhörer verständlich aufbereitet.

von
Dr. Tomas Buchhorn
February 1, 2026

Ziel:

Die Episode soll Hörenden einen klaren, evidenzbasierten Überblick geben, welche

Check‑up‑Untersuchungen in verschiedenen Altersgruppen (ab 30, ab 40, ab 60 Jahre) wirklich

sinnvoll sind. Dr. Tomas Buchhorn und Prof. Dr. Timo Heidt erklären, welche Laborwerte,

bildgebenden Verfahren und funktionellen Tests zur Früherkennung kardiovaskulärer Risiken

beitragen, wie oft Kontrollen erfolgen sollten und welche Untersuchungen überflüssig oder sogar

irreführend sein können. Ziel ist, Hörerinnen und Hörer zu befähigen, informierte Entscheidungen

über ihre Vorsorge zu treffen und unnötige Kosten zu vermeiden.

Wissenschaftlicher Hintergrund:

Ein strukturierter Check‑up umfasst Anamnese, körperliche Untersuchung, EKG,

Blutdruckmessung und Labordiagnostik. Zu den wichtigsten Laborwerten gehören: Blutbild (ggf.

Differentialblutbild), Elektrolyte (Natrium, Kalium), Nierenfunktion (Kreatinin), Leberfunktion,

Nüchternblutzucker, HbA1c (Langzeitblutzucker), Lipidprofil (LDL, HDL, Triglyceride) und

hochsensitives CRP (hsCRP) als Marker für chronische, niedriggradige Entzündung. HsCRP‑Werte

zwischen 1–3 mg/L sind mit erhöhtem kardiovaskulärem Risiko assoziiert.

Ab dem 40. Lebensjahr sind Herzultraschall (Echokardiographie) und Belastungs‑EKG sinnvoll,

um strukturelle Auffälligkeiten (Herzklappenprobleme, Herzmuskelverdickung) und

Belastungsreaktionen (Blutdruck, Herzfrequenz, EKG‑Veränderungen) zu erfassen. Bei erhöhtem

Risiko oder ab 60 Jahren kann ein Calcium‑Score (CT) zur Beurteilung der Koronarkalkbelastung

erwogen werden. Ganzkörper‑MRT und Stress‑Echokardiographie sind spezialisierten

Fragestellungen vorbehalten.

Insulinresistenz steigt mit Alter und Übergewicht; HbA1c‑Werte >6,5 % definieren Diabetes, Werte

zwischen 5,7–6,4 % gelten als Prädiabetes. GLP‑1‑Agonisten (z. B. Semaglutid) sind bei Diabetes

und adipositasassoziierten Erkrankungen zugelassen, Metformin verbessert die Insulinsensitivität

mit geringeren Nebenwirkungen.

Beispiele für Aktivitäten:

• Jährliche Basislabordiagnostik ab 35 Jahren (Blutbild, Elektrolyte, Nieren‑, Leberwerte,

Nüchternblutzucker, HbA1c, Lipidprofil, hsCRP)

• Belastungs‑EKG ab 40 Jahren zur Beurteilung von Blutdruck‑ und Herzfrequenzverhalten unter

Last

• Herzultraschall (Echokardiographie) ab 40 Jahren bei Risikofaktoren oder alle 2–3 Jahre zur

Verlaufskontrolle

• Calcium‑Score (CT) ab 60 Jahren oder bei erhöhtem kardiovaskulärem Risiko• Regelmäßige Blutdruckmessung zu Hause (morgens und abends) zur Früherkennung latenter

Hypertonie

• Abdomen‑Ultraschall zur Früherkennung von Gallensteinen, Nierensteinen und strukturellen

Auffälligkeiten

• VO2max‑Test bei sportlich Aktiven zur Trainingssteuerung und Leistungsbeurteilung

Wissenschaftliche Studien:

Große weltweite Bevölkerungsdaten zeigen, dass 5 einfache Faktoren für fast 50% aller

kardiovaskulären Erkrankungen verantwortlich sind

Große Korrelationsstudien zeigen, dass ab einem oberen Blutdruckwert von 130 mmHg das

kardiovaskuläre Schädigungsrisiko deutlich ansteigt

Eine große Kohortenstudie mit 13.000 Patienten (MESA-Studie) zeigte, dass vor allem Patienten

mit einem Calcium Score über 100 von einer Statin-Therapie profitieren

Studien zur Supplementierung von Omega-3-Fettsäuren zeigten keinen einheitlich nachgewiesenen

protektiven Effekt auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit

Aktionssplan

Termin beim Hausarzt oder Kardiologen vereinbaren für Basislabor (nüchtern)

Blutdruckmessung zu Hause etablieren: morgens und abends je 2–3 Messungen, Mittelwert notieren

Anamnese vorbereiten: Familiengeschichte, Vorerkrankungen, aktuelle Beschwerden

dokumentieren

Optional: VO2max‑Test bei sportmedizinischer Einrichtung buchen

Laborergebnisse besprechen, Risikoprofil klären (LDL, HbA1c, hsCRP)

Bei Auffälligkeiten: Belastungs‑EKG und Herzultraschall planen

Ernährungs‑ und Bewegungsgewohnheiten anpassen (z. B. Zuckerreduktion, regelmäßiges

Ausdauertraining)

Wiederholungsintervall festlegen: bei unauffälligen Werten jährlich, bei Risikofaktoren halbjährlich

Reflexionsaufgaben:

• Welche Vorsorgeuntersuchungen hast du in den letzten zwei Jahren durchführen lassen — und

welche fehlen noch?

• Welche Risikofaktoren (Familiengeschichte, Übergewicht, Bluthochdruck, erhöhtes Cholesterin)

treffen auf dich zu, und welche Konsequenzen ziehst du daraus?

• Wie regelmäßig misst du deinen Blutdruck zu Hause, und welche Muster erkennst du (z. B.

morgendliche Spitzen, Belastungsreaktionen)?

• Welche Laborwerte (z. B. HbA1c, hsCRP, LDL) möchtest du gezielt verbessern, und welche

Lebensstiländerung setzt du diese Woche um?

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